REX - Der Künstler und sein Werk

REX ist ein US-Amerikanischer Künstler, dessen Karriere Mitte der sechziger Jahre in New York begann. Seine akribischen, homoerotischen Schwarzweiß-Zeichnungen, in einer Federhalter und Tinte nutzenden Technik [Pointillismus*1] gemalt, tauchten erstmals in den Aufbruchszeiten der frühen sechziger Jahre auf, als pornografische Fotografie noch verboten, Illustrationen und fiktive Geschichten jedoch bereits aufgrund höchstrichterlicher Entscheidungen als „Free Speech“ [Meinungsfreiheit] durch das Oberste Gericht [Supreme Court] geschützt wurden.

Die frühen Arbeiten von REX erschienen unter anderem in den wegweisenden amerikanischen Schwulen-Zeitungen THE ADVOCATE und DRUMMER MAGAZINE. Aber erst seine im Selbstverlag veröffentlichte Serie von Hardcore-Bildern in Portfolio-Form, welche im europäischen und amerikanischen Untergrund zirkulierten, festigten seine Einordnung als wesentlichem Künstler größter esoterisch-sexueller Vorstellungskraft in den vergangenen sechzig Jahren. Zu seinem international am bekanntesten gewordenen Werk gehört eine Serie von mittlerweile kultigen Plakaten und T-Shirts für die legendären New Yorker Nachtclubs THE MINESHAFT und THE LURE.

1986 veröffentlichte REX in Paris eine Auswahl seiner Bilder als limitierte Edition unter dem Titel REXWERK. 2012 veröffentlichte der Verlag BRUNO GMÜNDER Berlin eine Retrospektive als Hardcover-Buch mit dem Namen REX – VERBOTEN. Als Chiaroscuro-Illustrator [*2] perverser und psychologisch verstörender Darstellungen brandmarkte ihn die US-Kunst-Szene zur „persona non grata“ und verweigert ihm bis in die Gegenwart die Anerkennung für seine tiefgründigen, hintersinnigen Bilder.

2014 wagte die CNCPT13 Galerie Amsterdam, erstmals in einer Retrospektive in Europa eine Auswahl von 50 seiner Bilder auszustellen. In einer Mischung aus großen, exklusiven Nachdrucken und Originalen spannte die Motiv-Auswahl einen Bogen durch die Arbeiten der letzten fünfzig Jahre von den Anfängen bis zur Gegenwart. Der Künstler lebt heute in den Niederlanden, wo er weiter arbeitet.

Arbeiten des Künstlers findet man online unter www.rexwerk.com.

*1] Pointillismus bezeichnet eine Stilrichtung in der Malerei. Sie hatte in den Jahren zwischen 1889 und 1910 ihre Blütezeit. Der Pointillismus wird dem Post-Impressionismus zugeordnet. Typisch für den Pointillismus ist der streng geometrisch durchkomponierte, oft ornamental wirkende Bildaufbau. Im Gegensatz zum Impressionismus wird nicht mehr eine realistische Momentaufnahme angestrebt, sondern eine wohldurchdachte Komposition. Diesen Ansatz, von der Gesamtkomposition des Bildes über die geometrischen Beziehungen, den Bildaufbau, die Beziehungen von Licht und Gegenständen hinunter zu den Einzelelementen zu gelangen, bezeichnete der Maler Seurat als Divisionismus.

*2] Chiaroscuro (Italienisch: „hell-dunkel“), Hell-Dunkel-Malerei, auch franz.: Clair-obscur, bezeichnet ein in der Spätrenaissance und im Barock entwickeltes Gestaltungsmittel der Grafik und Malerei, das sich durch starke Hell-Dunkel-Kontraste auszeichnete und sowohl der Steigerung des Räumlichen als auch der des Ausdrucks diente. Helldunkel ist die Eindeutschung der künstlerischen Stilrichtung chiaroscuro; gemeint sind damit die Mal- und Sehweisen der Malerei insbesondere des Barock, wie sie sich zum Beispiel bei Caravaggio oder bei Rembrandt van Rijn ausmachen lassen. Im Gegensatz zum sanften Sfumato Leonardo da Vincis ging es den Malern des 16. und 17. Jahrhunderts vor allem um den dramatischen Ausdruck, der sich in der Ölmalerei durch ins Licht gerückte Sujets vor dunklem Hintergrund erreichen ließ. Der Künstler bedient sich der Wirkung von Licht und Schatten, um Körper und Formen deutlicher zu modellieren und in ihrer Räumlichkeit zu betonen, um dramatische Effekte zu steigern oder um eine ausdrucksvolle Stimmung zu erzeugen. Die Nuancen in der Abstufung der Helligkeitswerte reichen von erhöhten Partien bis zu Spitzlichtern und Schlagschatten.