BEWEGGRÜNDE

Wer die Ausstellung in Berlin besuchen wird, könnte an Grenzen stoßen. „Was ist Kunst? Was aber Pornografie?“ Gehört beides nicht auch zusammen? Wie viele unzählbare erotische Darstellungen kennt die Kultur? Aber – in seiner eindeutigen, expliziten Kompensation – in Verbindung mit dem inneren Bedürfnis, durch seine Kunst dem Gedachten Ausdruck zu verleihen, ja – ohne jeglichen Barrieren in eigenen Kopf Bilder zu schaffen, deren Inhalte zumindest im normalen, heutigen Gesellschaftsleben als reale Ereignisse verdrängt, geleugnet und/oder Strafe gestellt sind – ist REX zugleich verlorener Außenseiter und stilprägende Ikone.

Wer hätte gedacht, dass die Fantasie des Künstlers, dargestellt in seinen Bildern der 60er und 70er Jahre heute zehntausend-fach personifiziert eine ganze Subkultur bilden würden? Dem Ausgegrenzten Raum zu geben, dem Unaussprechlichen Gehör zu verschaffen, das Unmögliche Wirklichkeit werden lassen – das wahrhaft Andere zu zeigen ist unsere Mission. Mit den Besuchern zu streiten, zu verwirren, das Unterbewusste bildhaft werden zu lassen, ist das Ziel. Wer heute REX kauft, ist „one step ahead“.

Die Ausstellung soll zeigen, was Verleger und Galerien in Amerika sich nicht getrauten, zu veröffentlichen. Der eine oder andere Besucher wird lange nachdenklich bleiben. Wer mehr über die Hintergründe von REX, welcher nie der Norm, sondern seiner inneren Vision folgte – der aber auch Teil des von ihm verewigten Lebens auf der anderen, der dunklen Seite der Straße war und ist – erfahren will, ist eingeladen, sich einen kleinen Vortrag am 15.09.* um 20.00 Uhr anzuhören. Freiheit und Kunst beginnen hinter der Linie, die Gesellschaft und Moral in unserem Leben gezogen haben.

*Galerie THE BALLERY